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Kaderbewertung VfB Dez. 2018 – Tor und Abwehr

Fredi Bobic sagte einst als Verantwortlicher des VfB: „An dem Kader lasse ich mich messen“. Nach der miserablen Hinrunde mit dem anfangs sehr gut bewerteten Kader möchte ich nun den Kader aus meiner Sicht bewerten.

Hier die weiteren Mannschaftsteile:

Kaderbewertung: Tor- und Abwehrspieler

Ron-Robert Zieler (1)

Mit herausragenden Paraden, aber auch einigen Patzern in der Hinrunde ist er das größte Opfer der schlechten Defensive vor ihm. Wenn man den Kader gesamt betrachtet, hat er am ehesten die Form der Rückrunde behalten. An ihm kann man die schlechten Resultate gewiss nicht festmachen.

Jens Grahl (13) und Alexander Meyer (26)

Als Ersatztorspieler abwechselnd auf der Bank, es findet keinerlei Druck auf Zieler statt. Hätten wir ein Problem mit dem Stammtorspieler, würden die zwei Spieler es nicht verhindern können und eine Alternative bieten.

Emiliano Insua (2)

Bis zu seiner unnötigen roten Karte war er eher der Mitläufer, dank Verletzungen und Formschwäche von Sosa meist selbst aufgestellt. Nach dem Platzverweis eher ein Unsicherheitsfaktor. Offensiv macht er etwas weniger, defensiv noch viel weniger als bisher. Hier sollte man Sosa wieder als Konkurrenz aufstellen, sofern fit.

Dennis Aogo (3)

Er gehört zu den grauen Panthern des Kaders und wurde anfangs eher belächelt aufgrund seiner Aussagen und der familiären Aktivitäten in den sozialen Netzwerken. Sinnbildlich kann man ihn schon als sein Lieblingsfoto-Objekt sehen, denn seine Leistungen entsprechen denen eines Fahrstuhls. Wobei der öfters im Erdgeschoss steht als in der obersten Etage. Er hat gute Momente, kann aber oft auch nicht die Unsicherheit der ganzen Mannschaft auffangen. Und ihm als Teil der „alten Riege“ sollte man das zutrauen, dass er es durch seine Erfahrung schaffen kann.

Marc Oliver Kempf (4)

Einer der wenigen Lichtblicke im Kader. Nach langer Verletzungspause und durch die Formschwäche/Verletzung von Badstuber eine Alternative im Kinderriegel mit Pavard und Baumgartl. Als linker Verteidiger in die Saison gestartet und ein sehr solides Spiel gemacht, ist er inzwischen in der Dreierkette fester Bestandteil.

Timo Baumgartl (5)

Mit 22 Jahren schon 80 Bundesligaspiele auf dem Buckel zu haben, sollte von Erfahrung zeugen. Quasi der Erfahrenste im Kinderriegel. Und er zeigt es meiner Meinung auch. Er hat in den letzten 2 Jahren einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht und ist in der U21 inzwischen auch ein Leistungsträger. Er macht seine Sache gut, ist aber sehr abhängig von seinen Nebenleuten.

Pablo Maffeo (7)

Als teurer Neueinkauf ist er gekommen, mit der Schule von Pep im Rücken, mit einem guten Zeugnis aus der spanischen Primera Division. In der Bundesliga bisweilen noch nicht wirklich angekommen, hat er Schwierigkeiten beim Umschalten in die Defensive. Zudem haben seine offensiven Läufe noch keine Effektivität. Ein Spieler, der mehr kann, es aber noch nicht abrufen kann.

Benjamin Pavard (21)

Wer hätte gedacht, dass der überragende Spieler der letzten Saison, der überraschend in den Kader der Nationalmannschaft Frankreichs kam und als Stammspieler schlußendlich Weltmeister wurde, das größte Sorgenkind im Kinderriegel ist? Keiner. Jeder hätte gedacht, er würde gar nicht mehr für uns spielen, doch da wir so etwas wie seine Familie sind und er viel Spaß hier zu haben scheint, ist er geblieben. Wie er auch selbst sagt, hat er einiges im Nachhinein zu leicht genommen. Ein begnadeter Spieler, der jedem Spitzenverein gut zu Gesicht stehen würde, hat bei uns die erste richtige Formschwäche seiner Karriere. Wer kann es ihm verdenken? Ich denke, keiner. Große Hoffnung auf die Rückrunde lasten auf seinen Schultern. Ob das gut ist? Weiß man nicht.

Borna Sosa (24)

Eine wirkliche Alternative für die linke Defensive war er bisher nicht, da entweder verletzt oder ein besserer Insua. Auch Kempf könnte er als Konkurrenz sehen, wobei dieser jetzt ja in der Dreierkette funktioniert. Ein noch sehr junger Spieler, der noch viel vor sich hat. Ob er das hier beim VfB zeigen wird und es dafür reicht, kann man jetzt noch nicht sagen.

Holger Badstuber (28)

Viele haben sich gefreut, dass er doch geblieben ist. Mit seinem Kommentar, dass er dem Kader viel zutraut, hat er die Euphorie nur noch bestärkt. Seine Formschwäche in den ersten Spielen war allerdings mit ein Grund dafür, dass die Abwärtsspirale begonnen hat. Danach dann auf der Bank und dann verletzt, somit blieb Korkut und jetzt Weinzierl ein Problem erspart, denn ein fitter Badstuber stellt sich eigentlich selbst auf. Er könnte der schwächelnden Defensive um Pavard wieder ein bisschen Halt geben.

Andreas Beck (32)

Nun, was soll ich zu ihm schreiben? Er spielt so, als ob er aus einem fremden Land gewechselt ist und Eingewöhnung braucht für das schnelle und harte Spiel der Bundesliga. Er spielt so, als ob er ein Jungspund wäre, dem man Leistungsschwankungen zutraut und ihn bestärkt, dran zu bleiben.
Doch leider ist er 31, gehört zur „alten Riege“ der Mannschaft und spielte größtenteils in der Bundesliga. Gut, er ist aus einem fremden Land gewechselt, das stimmt.

Fazit

Auf der Torspielerposition ist das einzige Problem, dass Zieler keine wirkliche Konkurrenz hat und keinen Druck verspürt. Er steht im Tor, bringt aber gute Leistung.

Auf den Außenpositionen haben wir das Problem, dass man entweder formschwächelnde bzw. über-den-Zenit-spielende Spieler oder zu junge Spieler, die neu in der Bundesliga spielen, hat. Eigentlich kann man keinen der fünf Spieler (Beck, Insua, Aogo, Maffeo, Sosa) da wirklich aufstellen, irgendeiner macht es halt dann doch.

In der Innenverteidigung sehe ich eigentlich bei Baumgartl und Kempf gute Ansätze, Pavard hat ein Formtief und die Alternative Badstuber ist verletzt. Mit der Umstellung auf die Dreierkette scheint es sich gebessert zu haben, wobei das Problem nun auf den Außenpositionen liegt.

Bin ich komplett falsch oder hat jemand was hinzuzufügen? Schreibt mir einen Kommentar.

VfB Fan seit Ewigkeiten, Mitglied seit 2005, DK-Inhaber seit 2011. Initiator der VfB #Saisonspende

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