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Vier gewinnt

Prömel, Stiller und Demirovic feiern Vagnoman für seinen Kunstschuss zum 4:1. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Am späten Freitagabend ist die Welt in Cannstatt in Ordnung: Der VfB feiert einen stimmungsvollen Heimauftakt und besiegt den Effzeh am Ende deutlich. Zwei Dinge dürfen die zufriedenen Schwaben mit nach Hause nehmen: Der Kader ist zwar so gut bestückt wie selten zuvor, doch einen wirklich stabilen Eindruck macht die Hoeneß-Elf zu Saisonbeginn noch nicht.

Slalom El Khannous

Schon kurz nach Anpfiff zeigen die Weiß-Roten, dass sie die Scharte der vergangenen Woche auswetzen wollen. Der Ball läuft flüssig durch die eigenen Reihen und landet in der ersten Viertelstunde gleich zwei Mal am Gestänge des Kölner Tores. Vagnoman trifft aus drei Metern nur die Unterkante der Latte (9.), Pejcinovic lässt die selbige per Kopf erzittern (15.). Die Gäste bringen in der ersten Halbzeit kaum ein Bein auf den Boden.

Bilal El Khannouss bringt die Stuttgarter Überlegenheit schließlich auch auf die Anzeigetafel (39.). Der marokkanische Nationalspieler wird von gleich drei Gegenspielern nur halbherzig attackiert und zeigt, warum er als bester Fußballer im Kader gilt. Ein paar schnelle Schritte, ein Tunnel, gefolgt von einem kompromisslosen Abschluss überfordern die Kölner Hintermannschaft.

Im falschen Film

Am Würstchenstand ist der weitere Verlauf der Partie schnell vorgezeichnet: „Dr Deniz hat scho lang nemme droffa ond wartet amol bis dr Leweling on dr Demirovic nei kommat“. Doch erst einmal wähnen sich die Heimfans im falschen Film. Zwischen der 46. und 60. Minute spielen nur die Gäste. Der eingewechselte Youngster Mikey Moore wirbelt die zuvor so stabile VfB-Abwehr durcheinander.

Wie schon in München können sich die Teamkollegen bei Fabian Bredlow bedanken, der gleich mehrmals den Ausgleich verhindert. Sebastian Hoeneß kündigt im Nachgang an, dass über diese Phase noch zu reden sein wird. Zu leicht lassen sich Stiller und Co. die Hoheit im Mittelfeld entreißen, zu halbherzig werden die Kölner Vorstöße verteidigt. Der Trainer weiß, dass ein Gegner mit Champions-League-Format solche Schwächen gnadenlos ausnutzen wird.  

Kick it like Vagnoman

Doch in der 60. Minute zeigen die Hausherren, welche Qualität in der Mannschaft steckt: Chabot schlägt einen präzisen Diagonalball über 40 Meter auf El Khannouss, der die Kugel mit einem Kontakt mitnimmt und auf Mittelstädt durchsteckt. Querpass in den Rückraum, wo Prömel mit links abschließt und seinen ersten Pflichtspieltreffer für den VfB erzielt.

„F-fantastisch, f-f-fantastisch“, will man da als schwäbischer Fußballfan rufen. Ein Tor aus dem Nichts, ein Tor wie eine Himbeerschnitte, ein Tor, das den Unterschied macht gegen einen Gegner, der gerade aufmüpfig wird.

Zehn Minuten später kommen dann die Nationalspieler Demirovic und Leweling ins Spiel. Wohl dem, der solche Spieler von der Bank bringen kann. Vor allem der bosnische Internationale hat sich viel vorgenommen. Immerhin gibt es mit Dzenan Pejcinovic neue Konkurrenz im Angriff. Und siehe da: Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung leuchtet das 3:0 auf der Anzeigetafel.

„Dieser Mann, der braucht nicht viel doch was er braucht, das ist Applaus“. Beim VfB 2026/27 muss man um seine Einsatzzeiten kämpfen. Demirovic signalisiert mit seinem Torjubel, dass er den Platz in der Mannschaft nicht kampflos hergeben wird. Genauso wie Josha Vagnoman, der in der Nachspielzeit mit einer Volley-Abnahme aus 20 Metern den Schlusspunkt setzt.

„Keine Nadel springt, weil jeder Kratz bestimmt gelingt.
Und das ist auch der Grund warum vier gewinnt. Vier gewinnt.“

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Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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