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VfB Stuttgart – Fußballfibel

Dass die beiden Vertikalpässe und Gifs können, wussten wir schon. Auch als 11Freunde-Kolumnisten und Langstreckentalker machen sie von sich reden. Jetzt haben sie sogar ein Buch geschrieben. Und was für eins.

Andreas Zweigle aus Stuttgart Bad Cannstatt schreibt schon als kleiner Junge fiktive Fußballberichte. Tore seiner Lieblingsspieler helfen ihm, die Schule zu überstehen. Der größte Moment seiner aktiven Karriere war ein Einsatz als Balljunge. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich ab der ersten Zeile als sein Bruder im Geiste. Er versteht nämlich, dass die Beziehung zu Idolen aus der Lieblingsmannschaft eine spirituelle, fast existentielle Bedeutung hat. Wer Ohlicher, Sigurvinsson, Khedira und Gomez verehrt und Blickensdörfer verschlungen hat, wer Stuttgart und die Schwaben liebt, muss dieses Buch einfach lesen.

Auf Seite sechzehn grätscht dann zum ersten Mal Sebastian Rose dazwischen. Zwanzig Jahre hängt das Herz des gebürtigen Ostwestfalen inzwischen am VfB und er reißt uns aus den kleinbürgerlichen Meisterschaftsträumen des 19. Mai 2007, indem er über die Zeit danach berichtet. Das ist manchmal schmerzhaft, wenn er beispielsweise die weitere Karriere eines Timo Hildebrandt oder die späteren Misserfolge des Clubs beleuchtet, aber immer augenzwinkernd und lässig erzählt. Ohne seine Einwürfe würde diese Fibel nicht zum VfB passen, denn im Erfolg bahnt sich oft schon der Niedergang an, die Helden von gestern werden zu den Buhmännern von morgen.

Insgesamt übertrifft die VfB-Fibel die Erwartungen, die man gemeinhin an ein Fußballbuch stellen würde, bei weitem. Die Autoren porträtieren den Verein gekonnt anhand eines einzigen Spieltags und nehmen die Leser mit detailreichen Beschreibungen in ihre Welt mit. Man kann die Luft bei Tabak Reich geradezu riechen und hat die Stimme der Metzgermeisterin Schneider förmlich im Ohr.    

Lieber Andreas, lieber Sebastian!

„Alles begann mit Hermann Ohlicher.“ Schon hier war es um mich geschehen. Denn mein Vater verehrte diesen Spieler – ohne dass er es jemals offen zugegeben hätte – und machte mich glauben, dass Ohlicher niemals in seiner Karriere Foul gespielt habe. Ich dagegen liebte Roleder. Hauptsächlich wegen seines grünen Sweaters. Als er einmal die Pille durch die Beine rutschen ließ, habe ich heimlich geweint.

Die VfB-Fibel beweist, dass auch ihr den VfB auf eine besondere Weise liebt. Höchsten Respekt euch beiden für dieses Buch, das mich oft zum Lachen gebracht hat.

Euer Christoph

Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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