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Wie einst Madjer

Rabah Madjer erzielt mit der Hacke den Ausgleich: Portos Sensation gegen die Bayern anno 1987. (Foto: privat via oepb.at)

Rabah Madjer, Estádio do Dragão, Anderson Luiz de Souza alias Deco – vom Futebol Club do Porto sind in den vergangenen 40 Jahren auf europäischer Bühne klangvolle Namen geblieben. Der VfB tritt mit dem Spiel gegen Porto in die entscheidende Phase der Saison. El momento de la verdad, die Wochen der Wahrheit, die Crunchtime – sie beginnt am Donnerstag in Bad Cannstatt. Bis Ende Mai entscheidet sich dann, ob der dort heimische Traditionsklub wirklich schon eine Spitzenmannschaft ist.

Punktverluste

Nimmt man die Formtabelle der Bundesliga zum Maßstab, hat der VfB es in den vergangenen fünf Spieltagen versäumt, seinen Platz unter den Top 4 zu zementieren. Ins Auge fallen dabei die letzten drei Auswärtsspiele. Der Niederlage in St. Pauli folgten zwei Unentschieden in Heidenheim und Mainz – also nur zwei statt möglicher neun Punkte gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller. Dabei führten keine unglücklichen Umstände zu den Punktverlusten sondern Unterlegenheit in punkto Schärfe und Entschlossenheit.

Wie die Schwaben den Mainzern am vergangenen Samstag durch unnötige Ballverluste reihenweise beste Torchancen auflegten, fällt in die Kategorie fahrlässig. Obwohl die Rheinhessen den Ausgleich erst in der Nachspielzeit erzielen, müssen die Gäste aus Stuttgart mit dem Punkt zufrieden sein. Ähnliche Nachlässigkeiten dürften im Europa-League-Achtelfinale gnadenlos bestraft werden. 

Auf den Punkt

Wie man eine K.O.-Runde in einem internationalen Wettbewerb spielt, kann sich der VfB beim FC Bayern abschauen. Ohne ihren besten Stürmer schießen die Kompany-Schützlinge Favoritenschreck Bergamo in den ersten 25 Minuten aus deren eigenem Stadion und sichern sich das Weiterkommen quasi schon im Hinspiel.

Mannschaften, die um Titel mitspielen wollen, dürfen ihre Bestform nicht im Herbst oder Winter erreichen. Echte Spitzenteams haben für die entscheidenden Wochen im Frühjahr noch einmal eine Leistungssteigerung auf Lager. Für einige Weiß-Rote geht es dabei nicht nur um Pokale mit ihrem Verein, sondern auch um die vielleicht einmalige Chance, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen.

Geboren 1893

Der Portwein, das Weltkulturerbe-Stadtviertel Ribeira, der Fluss Douro und der Fußballklub FC Porto sind als Attraktionen der Heimat des Gegners bekannt. Wir halten Trollinger, die Dauerbaustelle Stuttgart 21, den Neckar und den VfB dagegen.

Was sportliche Erfolge betrifft, haben die Portugiesen den Schwaben allerdings einiges voraus: Europacup-Sieger der Landesmeister 1987, Champions-League-Sieger 2004, Europa-League-Sieger 2003 und 2011 steht unter anderem auf ihrem Briefkopf. Vor allem das sensationelle 2:1 gegen Bayern München vor 39 Jahren im Wiener Praterstadion ging in die Fußball-Historie ein. Der Algerier Rabah Madjer wurde damals mit seinem Hackentor zum Helden, den fortan jedes Kind auf dem Bolzplatz nachahmte.

Die Geschichte des frechen Außenseiters darf dem VfB Mut machen. Ermedin Demirovic netzte zu Saisonbeginn in Freiburg ähnlich filigran wie einst Madjer mit der Hacke ein. Und: Der FC Porto hat mit dem Verein für Bewegungsspiele noch etwas gemein: „O Futebol Clube do Porto nasceu em setembro de 1893 e nunca parou de crescer“ ist auf der Homepage des Klubs zu lesen. Achtzehnhundertdreiundneunzig, hey, hey!

Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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