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Ursachenforschung Abstieg 2019

Ex-Sportvorstand Michael Reschke, 18. August 2018: „Wenn ich unseren Kader heute sehe, ist klar: Der VfB Stuttgart wird mit dem Abstieg am Ende nichts zu tun haben – da lehne ich mich aus dem Fenster.“

https://sportbild.bild.de/bundesliga/vereine/vfb-stuttgart/michael-reschke-bayern-benjamin-pavard-56735130.sport.html

Erstmal eine Entschuldigung, dass ich hier das Hetzblatt verlinken muss, aber ich habe spontan keine andere Quelle gefunden.
Nun ist der Verein zum zweiten Mal innerhalb 3 Jahren in die zweite Liga abgestiegen. Gehen wir mal durch, woran der verdienteste Abstieg ever zustande kam.

Wer hat in allererster Linie den Abstieg verursacht?

Natürlich die Mannschaft. Diese hat die nötige und zweifellos vorhandene Qualität nicht auf den Platz gebracht.

Warum konnte die Mannschaft das nicht?

Der Trainer hat nicht die nötigen Schrauben drehen können, damit die Mannschaft die Leistung auf den Platz bringt. Die Mannschaft war keine Einheit, manche Spieler standen „quer im Stall“ und bis zum letzten Spieltag sah es bei vielen Spielern so aus, als ob nach einem Jahr noch nicht mal die Laufwege des Mitspielers bekannt waren. Der letzte Punkt geht zum größten Teil auf den Trainer, wobei die ersten zwei Punkte klar auf die Zusammenstellung des Kaders gehen.

Wir hatten doch insgesamt drei Trainer? Warum hat es nur bei einem ansatzweise geklappt?

Korkut hatte schon vor der Vorbereitung einen vollständigen Kader. Warum er nichts daraus machen konnte und warum trotzdem kein einziges Spiel der Vorbereitung verloren ging, kann man aus der Ferne nicht sagen.
Weinzierl hat es in einem halben Jahr nicht geschafft, der Mannschaft Leben geschweige denn Leistungsbereitschaft einzuhauchen. Laut Aussagen einiger Spieler hat er sich zu sehr auf Spieler verlassen, die es nicht wollten und die Spieler, die wollten, durch Nicht-Berücksichtigung vergrault.
Willig hatte es kurzzeitig geschafft, dass die Mannschaft gekämpft und gut gespielt hat, für den Klassenerhalt hat das aber dann auch nicht mehr gereicht.

Warum hat Weinzierl so lange arbeiten dürfen?

Nun, die Frage stellt sich jedem Fan. Zu einem Zeitpunkt, an dem der Trainer gehen musste (Anm.: Nach dem Spiel in Düsseldorf), wurde der Sportdirektor gefeuert, der den Trainer erst installiert hatte. Der neue Sportdirektor wollte zudem nicht mit seiner ersten Amtshandlung einen Trainer feuern und hoffte lange, dass er das Ruder noch herumreissen konnte.

Warum ist der Kader so schlecht zusammengestellt?

Klar kann man es nicht sagen, aber einige Gründe haben sich herauskristallisiert:

  • Einzelne Spieler wurden nicht der charakterlichen Prüfung unterzogen. (Maffeo)
  • Die Spieler und ganz vorderst der Mannschaftsrat und Kapitän haben es nicht geschafft, eine Einheit zu bilden.
  • Einzelne Spieler sollten langsam aufgebaut werden und wurden durch zu viele Einsätze verheizt (Gonzalez)
  • Man hat wichtige Spieler des Mannschaftsgefüges abgegeben (Zimmermann, Ginczek)
  • Man hat Spieler mit der nötigen Qualität abgegeben (Ginczek)
  • Man hat nicht auf Spieler gehört, die schon im Winter mehr Qualität gefordert haben (Gomez)
  • Man hat im Winter Spieler auf Positionen geholt, auf denen kein Bedarf bestand (Kabak)

Wer hat diesen Kader eigentlich zusammengestellt?

Im Sommer 2018 und im Winter 2019 war Michael Reschke maßgeblich für den Kader verantwortlich. Dieser stellte einen Kader mit den Mitteln der Ausgliederung zusammen und kaufte Spieler ein, die im Endeffekt nicht passten (und wie Maffeo teuer waren). Reschke sollte seit Beginn seines Amtes einen Sportdirektor suchen, der ihn unterstützt und auch mal ein kritisches Auge auf Entscheidungen hat. Dem hat Reschke keine Priorität gegeben, was man ihm verzeihen könnte, wenn er den Fehler nicht aktuell auf Schalke wieder machen würde.
Fassen wir es zusammen: Reschke hatte keine Kontrollinstanz, die ihm bei der Verpflichtung von Spielern auf die Finger geschaut hätte.

Warum hat Reschke niemand geprüft und nötigenfalls aufgehalten?

Er hatte den „einstimmigen“ Rückhalt des Vorstands und des Präsidenten. Er durfte so lange machen, was er wollte, bis die Mannschaft gegen den Trainer gespielt hatte. Den Trainer, den er und auch der Präsident wollten. Anscheinend ist Reschke aber auch beratungsresistent bzw. versteht nicht, dass er grobe Fehler in der Kaderplanung gemacht hat:

„Ich würde das meiste wieder so umsetzen, weil ich in der jeweiligen Situation von den Spielern und ihrer Wertigkeit für den VfB überzeugt war – und zum größten Teil auch weiter bin.“ – Michael Reschke (20.02.19)

https://www.transfermarkt.de/ex-vfb-vorstand-reschke-uber-kader-bdquo-wurde-das-meiste-wieder-so-umsetzen-ldquo-/view/news/330238

Fazit zur Ursache

Die einfachste Möglichkeit ist natürlich, der Mannschaft die Hauptschuld zu geben. Doch in jedem Bereich des Lebens, an dem mehrere Leute miteinander als Team arbeiten, muss die Zusammenarbeit von oben wie von unten stimmen. In der Abstiegssaison wurden viele Fehler gemacht, man muss aber die Relevanz sehen:

  • Es ist deutlich relevanter, wenn ein Spieler geholt wird, der partout nicht mehr spielen will und auch charakterlich nicht zum Team passt als ein Spieler, der ein Tor nicht macht.
  • Es ist deutlich relevanter, wenn ein Spieler abgegeben wird, der das Team zusammenhält und die nötige offensive Durchschlagskraft mitbringt als wenn ein Spieler mehrere Fehlpässe spielt und den Mitspieler nicht findet.
  • Es ist deutlich relevanter, wenn auf Trainer gesetzt wird, die von der Situation im Club augenscheinlich überfordert sind als wenn man Trainer hat, die in Interviews mal keine Phrasen raushauen und Tacheles reden.

In meinen Augen wurden die gravierenden Fehler bei Entscheidungen gemacht, die von oben herab kamen. Denn selbst das beste Team kann nicht gut arbeiten, wenn die Leitung nichts taugt.
Zu der obersten Leitung komme ich dann in einem anderen Artikel.

VfB Fan seit Ewigkeiten, Mitglied seit 2005, DK-Inhaber seit 2011. Initiator der VfB #Saisonspende

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