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Zwischen Pader, Donau und Elbe

Die Rothosen feiern den glücklichen Sieg, Undav und Co. schauen ratlos zu Boden. (Foto: Imago/Susanne Hübner)

Zwei Mal zu Null, zwei Stürmertore, jeweils sechs Punkte in Bundesliga und Champions-League – die Zahlen lasen sich nach den ersten beiden Spielen der englischen Woche ganz gut. Wenn man allerdings etwas genauer hinschaute, waren schon da Probleme im VfB-Spiel zu entdecken. In Hamburg verlässt die Schwaben schließlich das Glück, als Miro Muheim ihnen kurz vor Schluss mit einem Gewaltschuss den Garaus macht.

Vor dem Klassiker im Volkspark stellte sich die Frage, wann der VfB für seine Schwächephasen bestraft wird. Doch dann ist es weniger die Ordnung auf dem Platz, die dem Brustring zum Verhängnis wird, sondern der fahrlässige Umgang mit besten Torchancen. Es ist ein Spiel, das man nicht verlieren darf. Der Trainer ist nun vor der Champions-League-Gala am Dienstag als Psychologe gefragt.

Verpasste Gelegenheiten

Schon nach wenigen Sekunden hätte Angelo Stiller treffen können, in der Folge verpassen Undav (9. und 39.) und Demirovic (27.) aus bester Position. Die Überlegenheit der Gäste drückt sich zur Halbzeit in allen Statistiken aus, außer in der Entscheidenden. Das 0:0 ist für die Gastgeber schmeichelhaft.

Nach der Pause entwickelt sich auch in Hamburg wieder ein offenes Spiel, das hochkarätige Chancen auf beiden Seiten bietet. Der Unterschied: Die VfB-Spieler scheitern an Heuer Fernandes und an sich selbst, während Muheim Dennis Seimen einen Vorgeschmack darauf gibt, mit welchen Geschossen ein Torwart in der Bundesliga zu rechnen hat (88.). Es ist ein Lucky Punch.

Kontrollverlust

Wer Sebastian Hoeneß und sein Faible für Spielkontrolle kennt, ahnt, wie unzufrieden der Trainer mit manchen Spielphasen in Paderborn und Bratislava sein muss. Da fehlte auf einmal jeder Zugriff, die Mannschaft war schlecht gestaffelt und verlor die Bälle postwendend. Das resultierende Hin-und-her kommt fußballerisch unterlegenen Gegnern entgegen und raubt dem VfB seine eigenen Stärken.

Die Gründe für diese Instabilität sind vielfältig. Zunächst haben einige WM-Fahrer noch mit den Nachwirkungen des Sommers zu kämpfen und kommen erst langsam in Tritt. Außerdem passen die Puzzleteile im neu formierten Mittelfeld noch nicht zusammen: Die Sechser finden oft nicht die richtige Positionierung und das Umschalten wirkt behäbig. Nach Ballverlusten öffnet sich die Zentrale manchmal wie ein Scheunentor.

Nach vorne

Konnte man nach den schweren Spielen zum Saisonstart noch mildernde Umstände geltend machen, ist in Paderborn, Bratislava und Hamburg von einem Kader, wie ihn der VfB inzwischen unterhält, mehr zu erwarten. Die erhoffte Weiterentwicklung in den Bereichen Matchführung und Cleverness bleibt bisher aus. Im Gegenteil – die Mannschaft lässt sich immer wieder mit einfachen Mitteln übertölpeln.

Sebastian Hoeneß steht nicht zum ersten Mal in Stuttgart vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss die hohen Erwartungen dämpfen, zunehmende Eitelkeiten moderieren und dabei den Kern seines Fußballs wieder herausarbeiten: mutig, nach vorne.

Zum Weiterlesen:

The Show Must Go Wrong – Vertikalpass

…bis es schief geht – Rund um den Brustring

Kommentar zum VfB Stuttgart: Eine Spitzenmannschaft zu werden, ist schwer. Eine zu bleiben, noch schwerer – Sport – SZ.de

Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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