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Knüppel und andere Feindseligkeiten

Der VfB wird in Deventer feindselig empfangen. (Foto: Rens Hulman via www.ed.nl)

Wer bei der Auswärtsreise zu den Go Ahead Eagles an fröhliche Niederländer, Jonge Jenever oder einen Segelurlaub auf dem Ijsselmeer gedacht hat, ist am Donnerstag in Deventer an der falschen Adresse. Stattdessen wird das Europa-League Heimspiel für die Niederländer in mehrerlei Hinsicht zur Blamage.  

Sportlich hat der Tabellenzwölfte der Eredivisie gegen den VfB nichts zu melden. Leweling (20. und 35.), El Khannouss (59.) und Bouanani (90.+3) schießen einen nie gefährdeten Vorsprung heraus. Phasenweise wirkt die Europa-League Partie wie ein Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen eine unterklassige Mannschaft.

Doch im Gegensatz zum Volksfestcharakter vieler Pokalspiele wird die Stimmung in der Wellblechhütte namens Adelaarshorst immer feindseliger. Auf der Tribüne kommt es zu Rangeleien, auf dem Platz zu Frustfouls, die man sonst aus der Kreisliga kennt. Ab der 71. Minute hat das Geschehen auf dem Platz nur noch entfernt mit Fußball zu tun.

Der Kipppunkt ist dabei eindeutig mit der Einwechslung eines Spielers verbunden, der in der Hansestadt an der Ijssel eine Art Publikumsliebling zu sein scheint. Sein Name Edvardsen, die Aura des Schweden zwischen Muckibude und Zuhälterszene, das Auftreten eines Sportlers unwürdig, der die Farben seines Klubs in einem internationalen Wettbewerb vertritt.

Unangenehm, könnte man sagen, mit den Schultern zucken, die drei Punkte einpacken und weiter nach Hamburg reisen – wenn da nicht die Vorkommnisse zwischen Sicherheitskräften und Gästefans am Fantreffpunkt gewesen wären.

So etwas habe er „noch nie erlebt“, kommentiert der fassungslose Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle, der mit den angereisten Fans vor Ort war: „Das hat nichts mehr mit Fankultur zu tun. Die Fans nehmen sich doch frei. Die reisen an. Die wollen ein Fußballerlebnis haben. Und die werden erstmal behandelt wie Schwerverbrecher (…) Beim Aussteigen haben sie erstmal einen Knüppel in den Rücken oder in den Nacken bekommen von der Polizei“.

Insgesamt hinterlassen die niederländischen Gastgeber einen fatalen Eindruck und sind mit der Organisation der Veranstaltung heillos überfordert. Es wäre nun an der UEFA, harte Konsequenzen aus den Vorkommnissen in Deventer zu ziehen. Doch außer der Formulierung wohlklingender Werbebotschaften ist vom europäischen Fußballverband in dieser Hinsicht selten etwas gekommen.

Für die mitgereisten VfB-Fans bleibt die traurige Erkenntnis, dass die sehnsüchtig erwarteten Reisen zu internationalen Spielen zu einer großen Enttäuschung werden können. Oder wie der Vertikalpass formuliert: „Es gibt nur Scheiße, auf jeder Reise – Stuttgart international, Europapokal“.

Zum Weiterlesen und Weiterschauen:

So hat europäischer Fußball keine Zukunft – Vertikalpass

VfB-Stuttgart-Fans in Deventer: Politik reagiert: „Fußballfans werden als Risiko behandelt, nicht als Bürger“ – VfB Stuttgart (StN Plus)

Holländischer Klub blamiert sich gegen den VfB Stuttgart: Europa ist zu groß für Deventer

„Ich habe so etwas noch nie erlebt“ – Wehrle im 8-Minuten-Rant über die Geschehnisse in Deventer

DEIN VfB: #179 4 Tore, Polizei-Skandal, Stiller-Beleidigung – Der heftige VfB-Trip nach Deventer – hier anschauen

Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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