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Nartey vollendet den Traumstart

Nikolas Nartey trifft vor der Cannstatter Kurve zum entscheidenden 3:2. (Foto:Getty Images)

Leverkusen überrollt, die Eintracht niedergekämpft – der VfB erwischt einen Traumstart ins neue Jahr. Die siebenjährigen Sieglos-Serie gegen den Werksklub findet damit genauso ihr Ende wie die Erfolglosigkeit gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Zum Hinrundenabschluss steuern die Schwaben nun mit 32 Punkten auf internationalem Kurs.  

Mit Kopf und Herz

Das Trainerteam hat sich für den Restrundenstart offensichtlich einiges überlegt: Aggressives Forechecking, die gegnerischen Aufbauspieler systematisch aus dem Spiel nehmen und die Sollbruchstellen der gegnerischen Abwehrkette bearbeiten. Leweling (7. und 45.) und Undav (45.+2) versetzen Bayer 04 schon in der ersten Halbzeit den K.O. Kompaktheit, Zweikampfstärke und Effizienz vor dem Tor sind weitere Zutaten eines bis dahin perfekten Auswärtsspiels.

Frankfurt ist also vor dem Hinrundenabschluss in Stuttgart gewarnt und geht durch einen kunstvollen Kopfball von Kristensen (5.) früh in Führung. Doch die Hoeneß-Elf beweist, dass sie sich auch zurückkämpfen kann: Demirovic (27.) und Undav (35.) drehen die Partie noch vor der Pause. Die Gäste bringen in dieser Phase kein Bein auf den Boden. Selbst nach dem Jokertor von Bundesliga-Debütant Amaimouni-Echghouyab (80.) haben die Weiß-Roten eine passende Antwort: Nartey drückt am Ende eines herrlichen Spielzugs Vagnomans Hereingabe zum 3:2 über die Linie (87.). Die Freude über seinen ersten Bundesligatreffer teilt der 25-jährige Däne mit dem explodierenden Stadion.  

Mit Wumms aus der Pause

Aber nicht nur die Auferstehung des Nikolas Nartey begeistert Trainer und Fans. Auch einige Mitspieler zeigen sich zu Jahresbeginn in Bestform. Der einst als Chancentod bekannte Jamie Leweling hat sich inzwischen zu einem gefürchteten Schützen gemausert. Ob mit rechts oder links, die Schüsse des Nationalspielers sind für jeden Torwart schwer zu berechnen.  

Oder nehmen wir Chris Führich. Am Dienstag gehört der Linksaußen zu den Besten im Brustring, da er kaum vom Ball zu trennen ist und das Zusammenspiel mit Mittelstädt wiederentdeckt hat. Und selbstverständlich darf Deniz Undav bei derartigen Elogen nicht fehlen. Was der anfangs verletzte Publikumsliebling seit Mitte Oktober abliefert, ist einfach unglaublich: 10 Tore aus 11 Ligaspielen stehen für den Goalgetter zu Buche.

Der Schnelle und das Biest

Die derzeitige Stärke des VfB ist aber nicht nur auf die formstarke Offensivabteilung zurückzuführen. Besonders in der Abwehr zeigt sich nämlich gerade, wie ausgeglichen der Kader besetzt ist. Als in Leverkusen drei Viertel der etatmäßigen Innenverteidigung ausfallen, hat wieder einmal Ramon Hendriks seinen Auftritt. Der wohl schnellste Innenverteidiger, der je in Cannstatt unter Vertrag stand, kann auch spektakulär grätschen und sehr weit einwerfen.

Alles halb so schwer, wenn man neben sich einen Chabot weiß. Der gebürtige Hanauer mit dem furchteinflößenden Blick erinnert nicht nur wegen seiner Statur und Kopfballstärke an Marcelo Bordon. Jeff ist ein echter Leader auf dem Platz und liefert in einer Beständigkeit Spitzenleistungen ab, dass Dobbspiel-Loddar ihn schon dem Bundestrainer ans Herz legt.

Bevor wir uns in gewagten Vergleichen und Superlativen verrennen, denken wir lieber an vergangenes Jahr. Damals startete man mit drei Siegen in die Restrunde – gekrönt von einem 4:0 gegen Freiburg, bevor der Einbruch kam. Die Devise kann also nur heißen: So viele Punkte wie möglich holen, solange andere noch im Winterschlaf sind.

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Mein erstes Spiel im Stadion: 1980 VfB – HSV 3:2 (Tore: Müller, Kelsch, Allgöwer) Mein schönstes Stadionerlebnis: 1991 VfB – BVB 7:0 (Allgöwer 2, Sverrisson 3, Walter 2) Meine erste Auswärtsfahrt: 1991 BVB – VfB 0:0 Emotionalster Erfolg: 1992 Deutscher Meister, letzter Spieltag B04 – VfB 1:2 (Tore: Walter, Buchwald) Lieblingsspieler: Helmut Roleder, Asgeir Sigurvinsson

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